
Zusammen mit dem Schneeglöckchen ist der Winterling mit seinen leuchtend gelben Blüten im Februar ein erster bunter Bote des herannahenden Frühlings. Im Gegensatz zum Schneeglöckchen, das zu den Amaryllisgewächsen gehört, ist der Winterling ein Vertreter der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Beide gehören zu den sogenannten Frühlingsgeophyten, die sich durch frostgeschützte Speicherorgane (Knollen, Zwiebeln) im Boden auszeichnen und deren Blätter und Blüten eine Frostresistenz besitzen, mit der sie auch Nachtfröste bei klaren Vorfrühlingstagen im Februar überstehen können. Die Photosynthese hört bei diesen Arten erst auf, wenn die Pflanzen gefrieren.

Die ursprüngliche Heimat des Winterlings ist das östliche Südeuropa. Doch bereits im 16. Jahrhundert wurde er als Gartenpflanze in Deutschland eingebürgert. Auch in Gerbrunn ist er in einigen Gärten anzutreffen. In der Natur fühlt sich der Winterling als Halbschattenpflanze in lichten Laub- und Auwäldern wohl. So ist es verständlich, warum die größten verwilderten Bestände in Gerbrunn im Bereich des Haslachtals zu finden sind.
Als einer der ersten Blüher im Jahr ist der Winterling ein wichtiger Lieferant von Pollen und Nektar für Fliegen, Bienen und v.a. Hummeln. Spannend ist seine Art der Samenverbreitung. Der giftige Winterling ist nämlich ein „Regenballist“: Treffen größere Regentropfen auf den reifen Fruchtstand, biegt sich der elastische Blütenschaft und katapultiert die Samen aus der platzenden Frucht in die Umgebung.
Bildquellen
- Winterlinge: Anna Schwarz | CC BY-NC 4.0 International
- Winterlinge im Frost: Anna Wegener | CC BY-NC 4.0 International