Der Eisvogel – ein fliegender Edelstein an der Haslach

Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist einer unserer schönsten einheimischen Vögel, nur leider bekommt man ihn nicht so einfach ruhig sitzend zu sehen. Trotz seiner bunten Färbung ist er oft erstaunlich unauffällig, wenn er irgendwo am Ufer auf einem Ast über dem Wasser seine Warte bezogen hat. Meist hat der scheue Vogel den Beobachter zuerst bemerkt, und fliegt aus weiterer Distanz mit einem funkelnden eisblauen Rücken niedrig über das Wasser wie ein Pfeil davon. Charakteristisch ist sein scharfer Pfiff, den man oft hört, wenn das Tier vorbeifliegt.

Auf der bayerischen Roten Liste ist der Eisvogel als gefährdet (Kategorie 3) eingestuft. Bestanddschätzungen kommen auf 1600-2200 Tiere in Bayern, wobei es gerade auf der Mainfränkischen Platte größere Verbreitungslücken gibt. Am Main und seinen Nebenflüssen und – Bächen lässt sich der Eisvogel besonders im Winter aber nicht selten entdecken. In harten Wintern kann es zu großen Bestandseinbrüchen der Art kommen. In letzter Zeit scheint der Eisvogel aber leicht zuzunehmen, wahrscheinlich aufgrund der durch den menschengemachten Klimawandel bedingten milderen Winter.

Zur Brut gräbt der Eisvogel eine 0,5-1 m lange Röhre in sandige oder lehmige Steilufer oder Prallhänge entlang von Gewässern. Mitunter kann die Brutröhre aber auch 1-2 km abseits von Gewässern in einer geeigneten Wand in einer Grube oder sogar im Wald liegen. Da zur Brut geeignete Strukturen in Gerbrunn fehlen, ist der Eisvogel „nur“ Nahrungsgast bei uns. Seine Lieblingsbeute sind kleine, 4-7 cm große Fische, die er durch Sturztauchen erbeutet. Die Haslach mit ihrer hohen Dichte an Dreistachligen Stichlingen (Gasterosteus aculeatus) und ihrem klaren Wasser und gutem Angebot an Sitzwarten bietet ihm sehr gute Jagdbedingungen, und so lässt er sich v.a. im Winter häufiger bei uns blicken.

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